Donnerstag, 16. Juli 2015

Zusammenfassung Tag 4

Die Besichtigung des Teide-Kraters haben wir zwar verrissen. 

[Exkurs für die Nachwelt: So hätte man es anstellen können:
1. Vor Monaten im Internet kostenlos ein Permit beantragen. 
2. Am Vorabend mit einer der letzten Gondeln der Teleferico hoch fahren, in der unterhalb der Bergstation gelegenen Schutzhütte übernachten (1,5-2 km?, warme Kleidung/Schlafsack!!) und morgens deutlich vor 9:00 Uhr zum Gipfel aufsteigen, bevor die Kontrolettis ihre Posten beziehen. 
3. In der Nacht aufsteigen. Dauert ca. 6 Stunden. Stirnlampen. Warme Kleidung etc. und Vorgehen am kommenden Morgen s. Nr. 2 
Exkurs Ende.]

Aber: Verglichen mit dem Teide ist der Krater des Pico Veijo laut Aussagen von Einheimischen ohnehin der Imposantere - und die Wanderung dorthin zeitigte bei selbigen ohne Ausnahme deutliche Äußerungen gehobener Anerkennung. 

Kurzum: Für uns war das ein durchaus anstrengender und schöner Tag. 

Abgerundet wurde dieser a) durch ein köstliches, auf der Terrasse des Parador gebrautes Teide-Bier, 


b) die letzte Flasche Luis Cañas Rioja Jg. 2008 (der Oberkellner schien diesen Verlust bis zum Ende des Abends nicht wirklich verkraftet zu haben)  


und c) das Gespräch mit einem netten spanischen Päärchen auf der Hotel-Terrasse unter Sternenhimmel.

Hier das Profil der heutigen Etappe:

Rasante Abfahrt zurück zum Hotel

Micha war ja zu Fuß auf dem Weg zum Hotel, so sind Carsten und ich mit der Teleferico wieder zur Talstation gefahren und dann mit dem Rad wieder zum Hotel gefahren. Die Straße verläuft fast wie mit dem Lineal gezogen und lädt mit Ihren 5-7% Gefälle zu einem Geschwindigkeitsrausch ein...


Na gut, das muss wohl ein Artefakt gewesen sein, aber 82 km/h waren erst tatsächlich!



Vom Teide zum Pico Viejo

13° sind nicht viel, aber wir sind vorbereitet. Manch anderer Touri nicht und muss tierisch gefroren haben. Da die Spitze des Teide ohne Permit nicht erreichbar ist, machen wir uns auf den Weg zum Pico Viejo: dem alten Krater. Nach 25 Min. erreichen wir den letzten Mirador auf ihn, ab da sind wir allein und haben 1,5 bis 2 h Abstieg auf 3100m vor uns. Wir stolpern uns über und durch die Lavafelder. Immer haben wir den alten Krater vor Augen: zunächst langer Weg durch schwarze, erstarrte Lavaströme, dann rote Sandwüste und schwarzgraues Geröll bis zum Kraterrrand.





Es dauert gefühlt endlos, aber irgendwann stehen wir am Kraterrand: atemraubend. Jeder Stolperschritt und die diversen Schrammen haben sich gelohnt. Ein kurzer Imbiss und dann!? Ja, was dann?





Micha will nicht wieder bergauf durch die ruppigen Lavafelder, die anderen beiden nicht 1000hm und 3,5h Abstieg über die Flanke zu den los Roques.

Michas Vorfreude wirkt überzeugend und wir trennen uns. Micha geht über Lavaströme und zunehmende Vegetation frei von anderen Spuren von Zivilisation talwärts. Der Weg ist weiterhin nicht leicht: zu finden und zu gehen. Irrungen und Blessuren bleiben nicht aus. Nach 2,5h ist er unten. Lutz und Carsten haben für ihren Rückweg 1,5 h gebraucht, 2 volle Gondeln warten müssen, bevor sie wieder im Hotel gelandet sind.

Micha wurde zu seinem Fahrrad, das ja noch an der Talstation des Teleferico stand, von einem jungen, super netten, spanischem Paar gebracht. Sie wollten zwar nicht in die Richtung, haben es aber sofort angeboten, als ich er sie auf dem Hotelparkplatz ansprach: Dank an Theo und Maria.

Tag 4: Aufstieg auf den Teide

Heute war es soweit: Der höchste Berg Spaniens sollte erklommen werden. Zunächst mussten wir die 4km vom Hotel zur Seilbahnstation mit den Fahrrädern zurücklegen. Dann ging es weitere 1000 hm mit der Teleferico zur Gipfelstation auf 3500hm. Der Versuch, den Ranger des Nationalparks zu bequatschen, uns auch ohne Permit auf den Kraterrand steigen zu lassen, ist leider fehlgeschlagen. Also haben wir uns, wie am Vorabend beschlossen auf den Weg zum Pico Viejo gemacht.



Mittwoch, 15. Juli 2015

Ankunft im Parador del Teide


Unser Hotel liegt direkt am Fuße des Teide, den wir morgen erklimmen wollen.
Leider dürfen wir nicht auf den Kraterrand hochsteigen, da wir hierfür keine Genehmigung beantragt hatten. Aus dieser Not haben wir eine Tugend gemacht und daher geplant, auf den Nachbarkrater des Pico Viejo herabzusteigen. 
Nach einem gemütlichen Abendspaziergang zu den Las Rocas haben wir im Hotel ein lecker Menü mit erstklassigem Rioja gegessen.






Wasserverbrauch

Glücklicherweise hat uns die Physik schließlich doch nicht enttäuscht. Das Klima in der Höhe war dann doch deutlich angenehmer als an den Tagen zuvor, sodass wir das zusätzliche Wasser nicht wegen der Hitze sondern wegen des größeren Kraftaufwands für das Mehrgepäck getrunken haben. Mit den Verkehrsschildern haben die Spanier es jedoch echt übertrieben!!


Raus aus dem Esperanza Wald

Die restliche Strecke im Esperaza Wald war schnell gefahren, immer wieder boten sich schöne Blicke auf den Teide.


Nach einer kurzen Pause in El Portillo fuhren wir in die Las Cañadas, die vulkanische Hochebene rund um den Teide hinein.
Die Landschaft ist jetzt durch die verschiedenen vulkanischen Gesteinsarten geprägt und wirkt schon fast extraterrestrisch.